Sie sind hier: Aktuelles » DRK-Bergwacht Meuselbach sogar beim Papst für Notfall parat

DRK-Bergwacht Meuselbach sogar beim Papst für Notfall parat

Die DRK-Bergwacht-Bereitschaft Meuselbach ist die einzige im Landkreis und gehört auch zu dessen Schnell-Einsatz-Gruppe.

Bergwachtleiter Thomas Sauerteig

DRK-Bergwacht-Bereitschaftsleiter Thomas Sauerteig. Foto: Norbert Kleinteich

Kameraden der Bergwacht beim Höhentraining

Im Zentrum für Sicherheit und Ausbildung Bad Tölz trainieren Kameraden der DRK-Bergwachtbereitschaft Meuselbach, wie Menschen gerettet werden können, die in einer Seilbahn stecken bleiben. Foto: Ronny Philipp

Meuselbach-Schwarzmühle. Als "ganz aktive Ehrenamtliche" schätzt Matthias Schmidt die Kameraden der Bergwacht-Bereitschaft Meuselbach. Der Vorstandsvorsitzende des DRK-Kreisverbandes Rudolstadt bezieht dies nicht nur auf die bergwacht-typischen Aufgaben, sondern vor allem auch auf ihr großes Engagement im Katastrophenschutz.

Die Meuselbacher sind die einzige Bergwacht-Bereitschaft im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt. Sie zählt aktuell 28 Mitglieder, die Hälfte davon bildet die aktive Einsatzgruppe. Viel Freizeit haben die Kameraden um Thomas Sauerteig 2011 in die Absicherung von Veranstaltungen investiert. 479 Stunden summierten sich nach Angaben des Bereitschaftsleiters bei Sportereignissen in der Region, beim Tanz- und Folkfest in Rudolstadt oder beim Karneval in Meuselbach. In ihrem Heimatort und in Oberweißbach sorgte die Bergwacht mit dafür, dass elf Blutspendetermine reibungslos über die Bühne gingen.

352 Stunden standen bei der Ausbildung zu Buche - im medizinischen Bereich, im Umgang mit Seil und Knotenbunden, bei Rettung aus Fels und mehr. Im Zentrum für Sicherheit und Ausbildung in Bad Tölz absolvierten vier Meuselbacher zwei Grundlehrgänge dazu, wie Personen mit Seilen oder per Hubschrauber aus einer Seilbahn gerettet werden können. "Die Bergwacht Thüringen ist mit einer solchen Evakuierung beauftragt, wenn am Fallbachlift in Oberhof oder am Silbersattel in Steinach ein Notfall eintreten sollte", sagt Sauerteig.

Da sind die Meuselbacher schon eher bei der Personensuche gefragt. Sechsmal mussten sie im vorigen Jahr dazu ausrücken. Sie gehörten auch dem Großaufgebot an, welches einen vermissten Bad Blankenburger im Schwarzatal nur noch tot bergen konnte.

Die Bergwacht-Bereitschaft wirkt in der Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) des Kreises mit und war hier 2011 bei der Evakuierung wegen eines Kellerbrands in Volkstedt gefordert. Sieben kleinere Hilfeleistungen, zum Beispiel bei Kreislaufkollaps oder für das Hausnotrufsystem des DRK-Kreisverbandes, gesellten sich hinzu. Für diesen gesamten Komplex kamen 275 Stunden zusammen. Und nicht zu vergessen ist natürlich, dass die Meuselbacher mit drei Mann in der SEG beim Papstbesuch in Erfurt für Notfälle parat standen, die aber nicht eintraten.

Technisch sind sie sehr gut ausgestattet. 2011 wurde unter anderem eine motorbetriebene Seilwinde für effektivere Rettung im Steilgelände angeschafft.

Der 40-jährige Bereitschaftsleiter verweist auch darauf, dass die Geselligkeit nicht zu kurz kommt - im Anschluss an die Dienstabende, beim Sommerfest oder beim Bowling. "Wir sind eine gute Truppe", sagt Sauerteig, der seit einem Vierteljahrhundert in der Bergwacht mitarbeitet, die zu DDR-Zeiten erst Bergrettungsdienst hieß und wegen der Abkürzung BRD in Bergunfalldienst umgetauft wurde.

2012 geht es wieder nach Bad Tölz. Wahrscheinlich sind die Meuselbacher beim 40. GutsMuths-Rennsteiglauf dabei. 15 Blutspendetermine haben sie im Plan und allein fünf Ausbildungstermine im Landesverband.

Michael Graf / 12.01.12 / OTZ

12. Januar 2012 17:52 Uhr. Alter: 127 Tage