Weihnachten im DRK-Kindergarten Schwarza
Der Weihnachtsmann bringt Geschenke vom Förderverein in den Schwarzaer DRK- Kindergarten "Louella". Hier wird seit vier Jahren Portfolio-Arbeit praktiziert.

Nachdem der Weihnachtsmann die Steppkes im Schwarzaer Kindergarten "Louella" beschenkt hat, gibt es zum Dank ein kleines Programm für den "Rauschebart". Foto: Roberto Burian
"Wer bringt den Kindern den Schnee auf die Erde", fragt Leiterin Sylvia Rau in die illustre Runde. "Frau Holle" rufen die Steppkes im Schwarzaer DRK- Kindergarten "Louella". Gebannt hängen die Kinder wenig später an den Lippen der Darsteller. Für 45 Minuten ist in der Einrichtung Märchenzeit angesagt. Die Erzieherinnen sind in die Kostüme der beliebten Figuren aus dem Grimmschen Stück geschlüpft und die kleinen Bewohner erleben für Augenblicke eine Phantasiewelt.
Und als im Anschluss auch noch der Weihnachtmann vorfristig Geschenke aus dem Sack zaubert, kennt die Begeisterung bei den Kleinen keine Grenzen. Doch auch die "Großen" dürfen sich freuen. Der Gast überreicht den Erzeherinnen niegel-nagelneue Digitalkameras, finanziert vom Förderverein des Kindergartens. "Im Laufe des Jahres gehen viele Spenden und Mitgliedbeiträge beim Förderverein ein und am Ende des Jahres wird beraten, wie man den Kindergarten unterstützen kann. So hat sich der Verein in der Vergangenheit, unter anderen, in die Finanzierung einer Kinderküche eingebracht. Im Frühjahr dieses Jahres haben die Mitglieder dann beim Bau eines Sandkasten für die Kinder im Neubau Hand angelegt", verrät der Vorsitzende Thomas Barth.
Nunmehr verfügen alle acht Gruppen über einen eigenen Fotoapparat. Digitalkameras sind für das pädagogische Personal besonders wichtig, denn im Kindergarten wird seit vier Jahres Portfolio-Arbeit praktiziert. Jedes Kind hat einen Portfolio-Hefter ein Bildungsbuch, in dem Zeichnungen, Dokumente oder Fotos gesammelt werden, um damit die Lernbiografie des Kindes bzw. dessen Entwicklung zu dokumentieren. "So wird schnell für alle, die am Portfolioprozess beteiligt sind deutlich, was und wie das Kind lernt", erklärt die Chefin. Weiterhin könne man sehen, wo das Kind seine Stärken habe und in welchem Bereich seine besonderen Interessen liegen. Schlussfolgernd daraus kann dann die Erzieherin weitere Bildungsanregungen und Impulse geben, um das Kind zu motivieren eigene Lösungen zu finden, um eigene Ideen zu verwirklichen. Über das Portfolio kommen Kinder ins Gespräch, reflektieren ihre Fortschritte, sind stolz über ihre Leistungen. entdecken eigene Fähigkeiten und erkennen Veränderungen. Das Kind kann so zunehmend Verantwortung für sein eigenes Lernen übernehmen. Aber auch Eltern sind beteiligt und kommen mit den pädagogischen Fachkräften in den "Entwicklungsaustausch" ihres Kindes, können so ihre Ideen einbringen. Das Portfolio begleitet das Kind vom Eintritt in den Kindergarten bis zur Schulzeit.
Obwohl Erzieherin Kathrin Mooz weiß, dass der Weihnachtsmann nur wenig Zeit hat, bittet sie ihn dennoch einmal kurz bei ihrer Gruppe, den Sonnenkindern, vorbeizuschauen. Stolz zeigen ihm die kleine Mo und der dreijährige Janis ihren Portfolio-Hefter. Und spätestens jetzt weiß der Rauschebart, dass er die richtigen Geschenke dabei hatte. Roberto Burian / 22.12.11 / OTZ

